|
Milliarden Euro. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Regierungen und Versicherungs-
gesellschaften die Kosten für Klimaschäden nicht mehr tragen wollen und Verursacher wie RWE zur Kasse bitten“, so Mey in seiner Rede.
Deswegen forderte der Umweltschützer die RWE vor den versammelten Aktionären
auf, im Sinne einer stabilen und vorausschauenden Finanzplanung des Unternehmens in erneuerbare Energien und klimafreundlichere Gas- und Dampfkraftwerke zu inves-
tieren. „Das sind Sie nicht nur der Umwelt, das sind Sie vor allem Ihren Aktionären schuldig“, appellierte Mey an Vorstandsvorsitzenden Harry Roels.
RWE eignet sich öffentliche Ressourcenwerte an
„Was ist das für eine Geschäftstätigkeit“, fragte der Kritische Aktionär Helmut Kohler,
„wenn man einen Schaden von 126 Milliarden Euro verursacht, um einen Bilanzgewinn von 843 Millionen Euro zu verdienen?“ Auf diese enorme Summe errechnete Kohler
den Ressourcenwertverzehr des RWE Konzerns im vergangenen Geschäftsjahr durch den Verbrauch von Kohle und Uran, die eigentlich der Allgemeinheit gehörten. So
betrage „der volkswirtschaftliche Schaden mindestens 110 Euro-Cent pro Kilowatt- stunde Atomstrom.“ Bei Strom aus Windenergie betrage dieser Wert nur neun Cent,
betonte Kohler, „und die Ressource bleibt erhalten.“
Nachdem Vorstandschef Harry Roels die erneuerbaren Energien mehrfach diskreditiert
und auf „Versorgungssicherheit“ gepocht hatte, hielt ihm Dachverbands-Geschäfts- führer Henry Mathews vor: „Bei ihren Atomkraftwerken ist es ja auch nicht weit her mit
der Versorgungssicherheit. Erst gestern mussten Sie dem hessischen Umweltminis- terium wieder mal zwei technische Probleme in ihrem Schrottreaktor Biblis melden.
Wenn sie Sicherheit wollen, müssen sie auf Strom aus Biomasse setzen, denn den gibt es auch, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.“ In Anspielung auf die
Fernsehserie „Derrick“ forderte Mathews den Konzernboss auf: „Harry, hol’ schon mal den Klimaschutz nach!“
Ăśbersicht RWE
|